Corona: Ist das Geld beim Broker noch sicher?

Wenn plötzlich und unerwartet Krisen in der Welt auftauchen, dann nagen sie oft und schnell am Finanzsystem. Noch schneller machen wir uns alle Sorgen um unser Vermögen und speziell um unser Geld bei der Bank.

In der Corona-Krise ist die Volatilität am Markt enorm! Bedingt durch Quarantäne und diverse Ausgangsbeschränkungen hat die Mehrheit der Trader immerhin mehr Zeit fürs Trading. Keine Außentermine, kein Weg zur Arbeit und keine Geschäfte die einem die Zeit rauben könnten. Die Broker freuen sich über einen stärkeren Zuwachs und die Trader freuen sich über die Tradingzeit.

Aber da war doch noch etwas?! Als die Schweizer Notenbank am 15.01.2015 den CHF vom Euro entkoppelte, da hatten wir auch eine enorme Volatilität am Markt. Was war die Folge? Einige Broker mussten Insolvenz anmelden oder auf Finanzspritzen hoffen. Und genau diese Thema geht gerade vielen durch den Kopf: Ist mein Geld beim Broker jetzt noch sicher?

Die Antwort wie so oft: Es kommt drauf an!

Ist das Geld beim Broker sicher?

Bei seriösen und gut regulierten Brokern sind die Kundengelder auf einem Treuehandkonto und werden getrennt vom Brokervermögen geführt. Wenn also ein Broker durch eine Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden muss, dann ist das Geld der Kunden nicht davon betroffen. Er hat eigentlich gar keinen Zugriff auf die Kundengelder. So läuft es z.B. bei GBE brokers ab und so sollte es auch der Standard sein.

Wie kann ein Broker in Schieflage geraten?

Wie jedes Unternehmen muss auch ein Broker seine Kosten decken: Mitarbeiter, Büro, Marketing, IT- und Lizenzkosten fallen auch hier jeden Monat an. Sind nicht ausreichend aktive und kapitalstarke Kunden vorhanden, dann wird es finanziell nicht einfach.

Eine Besonderheit gibt es hier noch beim Broker: Das Verbot der Nachschusspflicht! Für Trader ein Segen. Für Broker ein Fluch.


Wieso ist das so? Nehmen wir an, sehr viele Trader gehen am Freitagabend den DAX long. Nach dem Wochenende startet der DAX am Montag 3.000 Punkte tiefer. Die Kunden haben nicht nur das gesamte Kapital auf dem Konto verloren, sondern auch noch viel mehr Geld (CFDs = gehebelte Produkte). Dieses Geld darf der Broker nicht mehr vom Kunden einfordern. Und jetzt kommen wir zum kritischen Teil: Der Broker muss aber den Fehlbetrag selbst bei der Bank ausgleichen.