Robo-Advisor in der Corona-Krise

Wer an die aktuelle Corona-Krise denkt, der hat auch relativ schnell sein Portfolio vor Augen: Tiefrote Zahlen! Die Rendite der letzten Monate wurden innerhalb von wenigen Tagen vernichtet. Wer sich hier ein Buy- and Hold-Portfolio aufgebaut hat, der ist in der Regel langfristig am Markt ausgerichtet. Kurze oder temporäre Rückschritte sind hier keine Seltenheit.

Bedingt durch den Corona-Virus erleben wir am Markt eine Phase, die wir so selbst noch nie erlebt haben. Eine Lufthansa-Aktie die das Jahr 2019 mit ca. 17 € beendet hat, stand in diesem Monat plötzlich bei ca. 8 €. Eine Tupperware-Aktie beendet 2019 mit guten 7 € und steht aktuell bei ca. 1,90 €. Diese Liste könnten wir noch unendlich weiterführen. Aber auch solche Phasen gehören dazu! In den letzten Jahren hatten wir auch nicht wirklich etwas zu meckern, was die Performance an den Aktienmärkten betrifft.

In der Regel werden bei Buy- and Hold-Strategien keine Stop Loss-Levels gesetzt. Ein Investment in Aktien soll sich langfristig rentieren. Fallen mal Aktien, so freut man sich diese günstig nachkaufen zu können.

Robo-Advisor als Alternative

Wem diese Anlageform zu “langweilig” ist, der greift auch gerne auf Robo-Advisor zurück wie z.B. Scalable Capital, ROBIN oder Whitebox. Diese FinTechs investieren automatisch (Daher auch das “Robo” von RoboAdvisor = Roboter) die Gelder der Kunden in Einzelwerte (Aktien, ETFs, …). Automatisierungen sind so gefragt wie noch nie. Auch bei der Geldanlage macht das Thema keinen Halt.

FinTechs bzw. RoboAdvisor werden gerne als “Feinde” der klassischen Banken bzw. Vermögensverwaltern angesehen: Moderner, schlanker und günstiger. Doch wie sieht hier die Realität aus?

Robo-Advisor Vergleich von brokervergleich.de
Quelle: https://www.brokervergleich.de/robo-advisor/echtgeld-test/

Die Vergleichsseite brokervergleich.de misst schon seit längerer Zeit die Performance der einzelnen Anbieter. Dabei verlassen sie sich nicht auf Analysen oder Angaben von den Firmen. Sie führen echte Depots und das schon seit Mai 2015.

Die Corona-Krise ist ein guter Zeitpunkt, um zu prüfen wie gut sich die Robo-Advisor schlagen. In einer gesonderten Darstellung hat brokervergleich.de die Performance von 31.01.2020 bis zum 16.03.2020 dargestellt. Von den 20 im Chart dargestellten Robo-Advisor-Anbietern haben alle eine negative Performance in diesem Zeitraum erreicht. Der größte Verlust wurde hier laut brokervergleich.de von Scalable Capital erreicht. Dort steht die Performance bei -23,9%. Die “beste” Performance wurde hier von comInvest erreicht. Dort liegt die Performance “nur” bei ca. -9,2%.

Fazit?

Gar keine Frage: Die aktuelle Marktphase ist unberechenbar, extrem und bisher einzigartig. Kaum ein Portfolio wird die letzten 1 bis 2 Monate eine positive Performance erreicht haben. Wir müssen uns allerdings fragen, wieso wir eigentlich in ein Robo-Advisor investieren? Weil wir die Verantwortung abgeben wollen? Weil wir von den Vorzügen einer Automatisierung profitieren wollen?