Schweizer Franken Crash 2.0?

Die Nationalbank der Schweiz ist wieder aktiv und versucht eine Aufwertung vom Schweizer Franken zu verhindern um die eigene Wirtschaft zu schützen. Erleben wir einen Crash wie 2015?

Alle Händler die bereits seit 2015 am Markt aktiv sind, können sich noch sehr gut an die Ereignisse vom Schweizer Franken erinnern. Am 15. Januar 2015 wurde der eingeführte Mindestkurs von 1.20 Schweizer Franken pro Euro von der SNB (Schweizerische Nationalbank) aufgehoben. Kurz davor verkündete die SNB noch ein starkes Festhalten am Mindestkurs.

Es traf viele Trader und auch Broker sehr hart. Der Kurs rutsche von 1.20 auf bis zu 0.85 ab. Das war zu einer Zeit, in der alle Trader noch Hebel von 1:400 oder sogar auch 1:500 hatten. Selbst mit einem kleinen Hebel haben kleinste Positionen einen enormen Verlust generiert. Einige hatten natürlich auch Glück und konnten den Gewinner-Trade des Jahres verbuchen.

Das war die Geburtsstunde vom Verbot der Nachschusspflicht. Da sehr viele Positionen mehr als nur das Trading-Kapital vernichtet haben, mussten die Trader ihre negativen Konten ausgleichen. Trader die z.B. nur 5.000 € auf dem Konto hatten, haben danach einen Kontostand von -20.000 € gehabt. In der Regel haben die Broker diese Summe auch vom Trader eingefordert. Einige haben darauf verzichtet und andere Broker wiederum haben es nicht überlebt und mussten Insolvenz anmelden.

Chart vom Schweizer Franken von 2003 bis 2020.

SNB ist jetzt wieder aktiv

Bedingt durch die aktuelle Corona-Krise und die Mengen an Euros die gedruckt werden, haben viele Marktteilnehmer das Vertrauen in den Euro verloren. Somit suchen sie wieder einen sicheren Hafen und den haben viele im Schweizer Franken gefunden. Das erfreut die SNB natürlich gar nicht. Ein steigender Wert vom CHF sorgt dafür, dass die Produkte Schweizer Unternehmen teurer werden und somit die Wettbewerbsfähigkeit verloren geht.

Die Zahlen der letzten Wochen belegen, dass die SNB vermehrt aktiv wird um eine Aufwertung vom CHF zu verhindern. Innerhalb von einer Woche stieg das Sichtguthaben der SNB um 13,4 Milliarden und beträgt somit aktuell ca. 650,7 Milliarden Franken.

Erleben wir den Crash 2.0?

Wir wissen nicht wie die SNB dieses mal reagieren wird. Wird sie nochmals versuchen einen Mindestkurz durchzusetzen oder hat sie aus der Vergangenheit gelernt?

Fakt ist: Die Trading-Welt heute sieht anders aus als noch 2015. Wir haben einen viel kleineren Hebel und wir sind nicht mehr verpflichtet, negative Konten auszugleichen. Auch damit kann ein enorm großer Verlust entstehen. Jedoch nicht mehr so gravierend wie im Jahre 2015.

Gefährlicher wird es für die Broker. Am Ende des Tages müssen die Broker bei ihren Partnern eventuelle Verluste (die über dem Kapital herausgehen) ausgleichen. Und das kann den ein oder anderen Broker in Schwierigkeiten bringen.